"Die Formulierung kommt direkt
aus dem Kopf über die Hand aufs Blatt.
Was dort entsteht ist aus dem persönlichen Erleben geschöpft
und hat die diffuse Klarheit von Mythen."

Oskar Manigk

 

In meinen Werken zeige ich, getrieben vom „Ich-weiß-nicht-was“, auf etwas, das ich selbst nicht kenne. Die Ahnung dieses Verborgenen ist das, was die Bilder für jeden Betrachter interessant macht.

Sie laden ein sich in aller Ruhe mit ihnen zu beschäftigen, sie zu erkunden, ihre einzelnen Schichten zu entdecken, um ihre individuellen Ge-Schichten zu erfahren und dem Verborgenen näher zu kommen. Dabei bewirken sie eine bemerkenswerte Ruhe, ja sogar Stille in ihrem Umfeld.

Dieser kontemplative Aspekt wird nicht durch die Räume erzeugt, die sich beim Betrachten hinter jeder der vielzähligen Farbschichten eröffnen, sondern durch die geweckte Erwartung, etwas Unbekanntes zu entdecken, etwas Neues zu erfahren.

Innerhalb der Farbschichten bediene ich mich uralter, für jeden erspürbarer Symbole, um als Gesamtwirkung eine Grundsensibilisierung für die verschütteten, verborgenen Erfahrungen der vergangenen Generationen zu erhalten. Diese archaischen Symbole wie etwa Horn, Barke, Samen, Vulva, Schlange, Kreuze, u.v.m. berühren den Betrachter tief in seiner menschlichen Existenz und lassen subtil Erinnerungen nachklingen, die rein rational nicht greifbar sind.

Es ist uns heute nicht mehr möglich die volle Bedeutung der archaischen Symbole intuitiv zu erfassen. Diese Bedeutung ist wahrscheinlich erfahrbar im universellen Bewusstsein.

Ich gehe davon aus, dass im Unterbewusstsein immer noch eine Sensibilität für, und ein allgemeines Wissen über diese archaische Symbolik existiert und darüber Emotionen geweckt werden können. Dieses von C. G. Jung als „kollektives Unbewusstes“ bezeichnete Wissen ist für alle Menschen dasselbe und beinhaltet grundlegendes Wissen über die Bedeutung archaischer Symbole. Und so benutze ich eben diese archaischen Symbole, um an dem kollektiven Unbewussten zu rühren, in dem sich der menschliche Erfahrungsschatz befindet.

Die Wirkung meiner Arbeiten hängt somit nicht davon ab, dass sie über den Verstand erfasst werden und Sie sich als Betrachter zuvor mit dem theoretischen Konzept meiner Arbeit befasst haben. Vielmehr wirken meine Arbeiten unmittelbar emotional.

Die daraus folgenden Interpretationen sind individuell verschieden. Sie als Betrachter bleiben daher mit Ihrer Reaktion auf die Arbeiten sich selbst überlassen. Sie werden auf sich selbst zurückgeworfen, ohne Halt in einem vorgegebenen Rahmen der „richtigen“ oder „falschen“ Sichtweise oder Interpretation zu finden, die ich Ihnen etwa durch einen Titel vorgeben würde.

Jenseits all dieser theoretischen Überlegungen sprechen die poetischen Arbeiten auf feinsinniger emotionaler Ebene direkt an und entfalten so auch ohne das Wissen über die hier beschriebenen Hintergründe subtil ihre Wirkung.

Freuen Sie sich also darauf, in meiner Kunst immer wieder Neues zu entdecken und sich immer wieder neu anregen zu lassen.
Ich wünsche Ihnen viele Jahre Spaß daran.

Ihr
Thomas Claes

Beispiele aus dem Gesamtwerk - mehr finden Sie unter Werkverzeichnis

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